Gülle-Strip-Till in Zwischenfrüchten

Beim Strip-Till-Verfahren werden die Vorteile der Direktsaat mit denen der konventionellen Bodenbearbeitung kombiniert. Die Ausbringung von Gülle im Strip-Till-Verfahren lässt sich hervorragend mit dem Zwischenfruchtanbau kombinieren, was die Erfahrungen mit den Zwischenfrucht-Mischungen viterra® MULCH, viterra® SCHNELLGRÜN und viterra® UNIVERSAL WINTER deutlich zeigen.

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Abb. 1: Gülleausbringung im Strip-Till-Verfahren im abgefrorenen Zwischenfruchtbestand

 

Das Strip-Till-Verfahren bezeichnet die streifenweise Bearbeitung des Bodens zur Aussaat von Reihenkulturen. Dabei wird der Saatstreifen intensiv bearbeitet, der Bereich zwischen den Saatreihen bleibt unbearbeitet. Betriebe mit organischen Düngern nutzen dieses Verfahren zunehmend bei der Gülleausbringung vor der Maisaussaat (Abb. 1).

Gülle-Strip-Till optimiert die Nährstoffnutzung

Durch die Platzierung eines Güllebands im Boden werden die gasförmigen Ammoniakverluste bei der Ausbringung erheblich reduziert und die Nährstoffe können effizient genutzt werden. Das Maiskorn wird bei der nachfolgenden Aussaat in den bearbeiteten Streifen oberhalb des Güllebandes gelegt und die Wurzeln der Maispflanze nutzen schon bald die Nährstoffe aus der Gülle.

Beim Strip-Till wird zwischen dem kombinierten Verfahren, bei dem die Bodenbearbeitung und die Aussaat in einem Arbeitsgang erfolgen, und dem absätzigen Verfahren, bei dem die Aussaat zeitlich versetzt zur Bodenbearbeitung erfolgt, unterschieden. Die Möglichkeit, Dünger im Boden zu platzieren, besteht in der Regel in beiden Varianten.

Gut abfrierende und brüchige Zwischenfrüchte eignen sich am besten

Geeignet ist das Gülle Strip-Till-Verfahren vor allem auf schüttfähigen Böden. Diese trocknen im Frühjahr schnell ab, wodurch die tiefe Bodenbearbeitung erst ermöglicht wird. Zusätzlich erwärmen sich diese Böden schnell. Kommt das Gülle-Strip-Till-Verfahren nach Winter im Zwischenfruchtbestand zum Einsatz, eignen sich vor allem gut abfrierende und brüchige Zwischenfrüchte wie der Gelbsenf ALBATROS (Abb. 2) oder die Phacelia ANGELIA.

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Abb. 2: Gülle-Strip-Till in viterra® SCHNELLGRÜN

 

viterra® SCHNELLGRÜN ist mit dem Gelbsenf ALBATROS, dem Sareptasenf ENERGY und einem Alexandriner Klee noch frostanfälliger als viterra® MULCH. Das extrem brüchige Pflanzenmaterial ermöglicht eine problemlose Gülleausbringung in Strip-Till.

Auch der Ölrettich COMPASS (Abb. 3) und der Rauhafer PRATEX eignen sich. Eine rechtzeitige Aussaat der Gründüngung im Spätsommer des Vorjahres ermöglicht eine weite Entwicklung der Bestände vor Winter und lässt diese so frostanfälliger werden. Im Frühjahr ist es hilfreich, den abgestorbenen Pflanzen genug Zeit zu lassen, damit diese ebenfalls abtrocknen können und möglichst spröde werden.

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Abb. 3: Gülle-Strip-Till in viterra® MULCH

 

viterra® MULCH setzt sich aus dem leichter abfrierenden Ölrettich COMPASS und dem Rauhafer PRATEX zusammen. Die Wurzelsysteme der beiden Arten ergänzen sich hervorragend und sorgen für intensive Durchwurzelung bis in tiefe Bodenschichten. Erste Strip-Till Erfahrungen mit viterra® MULCH fielen sehr positiv aus.

Gülle-Strip-Till ist auch in grünen Beständen möglich

Moderne Strip-Till Geräte ermöglichen jedoch auch eine Ausbringung der Gülle in grüne Pflanzenbestände (Abb. 4). Hierbei ist der Glyphosat-Einsatz in der Regel unumgänglich. Besonders üppige nicht abgefrorene Zwischenfrüchte oder Mischungen mit zähem Pflanzenmaterial können zu Verstopfungen in der Maschine führen und sind weniger gut geeignet. In Regionen, in denen die Bodenfeuchte in der ersten Jahreshälfte das Ertragspotenzial des Maises begrenzt, sind abfrierende Zwischenfrüchte den winterharten vorzuziehen.

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Abb. 4: Gülle-Strip-Till in viterra® UNIVERSAL WINTER (linke Seite)

 

viterra® UNIVERSAL WINTER ist eine winterharte Zwischenfrucht-Mischung. Die enthaltene Phacelia ANGELIA und der Rauhafer PRATEX frieren über Winter ab und das Welsche Weidelgras geht grün durch den Winter. Winterharte Zwischenfrüchte erhöhen die Anforderungen an die Strip-Till-Technik, bieten aber den Vorteil einer ganzjährig begrünten Fläche.

Die Mulchauflage der Zwischenfrüchte schont Ressourcen und Umwelt

Positive Auswirkung auf den Wasserhaushalt des Bodens hat die Mulchauflage der Zwischenfrüchte. Der Boden wird sowohl vor Erosion als auch vor Verdunstung geschützt. Hinzu kommt eine verbesserte Wasserinfiltration, verursacht durch erhöhte Regenwurmaktivität. Die genannten Effekte wirken sich nicht nur auf den Boden und die Ertragsbildung des Maises positiv aus, sondern auch auf den Schutz von Grund- und Oberflächengewässer.

Von der schützenden Wirkung der Mulchauflage profitieren Bodenbrüter wie der Kiebitz, allerdings ist eine sorgfältige Beobachtung der Mäusepopulation unabdingbar.

Wenn die Bodenbedingungen den Einsatz der Gülle-Strip-Till-Technik zulassen, kann dieses Verfahren – in Kombination mit den abfrierenden Mischungen viterra® SCHNELLGRÜN oder viterra® MULCH und der winterharten Zwischenfrucht-Mischung viterra® UNIVERSAL WINTER – helfen, den Maisanbau ressourcen- und umweltschonender zu gestalten.