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Juni 2018

Im Juni läuft die Natur auf Hochtouren.

Das wird ein schöner Sommer. Tagestemperaturen bis 28 ° C und 6 Wochen Trockenheit machen jedoch den Pflanzen zu schaffen. Blattläuse, Rapsglanzkäfer oder auch Raupen verschiedenster Tag- und Nachtfalter vermehren sich rasant und schädigen viele Kulturen.

Aber die Bienen hatten optimales Flugwetter und konnten die komplette Rapsblüte über Nektar und Pollen sammeln. Die Honigräume meiner Bienenvölker sind gut gefüllt.


Honigreife

In einem Honigraum können bis zu 20 kg Honig eingelagert werden. Die Bienen trocknen den Honig, indem sie am Flugloch aufgereiht mit den Flügeln schlagen und so den Bau mit warmer Luft „durchfönen“.

Ist der Honig trocken genug und damit lagerfähig, wird jedes einzelne Wabentöpfchen mit einem Wachsdeckel  verschlossen.

Sind etwa 2/3 der Waben verdeckelt, kann der Honig vom Imker geerntet werden. Zusätzlich kann mit einem Refraktometer der Feuchtigkeitsgehalt des Honigs gemessen werden, er sollte unter 18 % liegen. Zu feuchter Honig könnte in Gärung übergehen und wäre als Aufstrich nicht mehr geeignet.


Honigernte

Ich konnte am 9. Juni acht Honigräume abnehmen. Jeder enthält 11 Holz-Rähmchen, jedes Rähmchen enthält auf zwei Seiten an die 4000 Wabentöpfchen. Jedes dieser Töpfchen muss entdeckelt werden, damit man den Honig ausschleudern kann. Wir nehmen dafür eine Entdeckelungsgabel, mit der man die Wachsdeckel „abkämmt“.

Mit drei anderen Imkern bin ich in einer Schleudergemeinschaft, mit der wir im letzten Jahr eine neue elektrische  4 Waben-Schleuder angeschafft haben. Gegenüber der Handschleuder erleichtert das die Arbeit ungemein und spart viel Zeit und Kraft.

Im Schleuderraum waren 25-28° C, denn bei Wärme fließt der Honig besser. Der Honig läuft aus der Schleuder durch ein grobes, ein feines Sieb und ein noch feineres Spitzsieb in die jeweiligen Lagerbehälter. So werden auch kleinste Wachsteilchen zurückgehalten.

Das Ergebnis: 150 kg klarer, goldener Honig nach 7 Stunden schleudern.

24 Std später wird der Honig abgeschäumt und muss nun zweimal täglich gut durchgerührt werden. Durch das Rühren bildet sich ein feines Gitter aus Traubenzuckerkristallen und täglich ändert sich die Konsistenz, der Honig wird cremiger. Bekommt er dann einen Perlmutt-Schimmer, das war nach 6 Tagen der Fall, kann man abfüllen.  Lässt man ihn in den Behältern, kristallisiert der Honig dort aus.

Großimker lagern ihren Honig in Fässern und tauen ihn später wieder auf, d.h. er wird vorsichtig erwärmt, gerührt und dann abgefüllt. Das lässt sich bei großen Mengen gar nicht anders handhaben. Ich verkaufe meinen Rapshonig in 500g und 250g Gläsern und nach acht Stunden waren alle Gläser gefüllt.


Wöchentliche Durchsicht

In Juni muss weiterhin der Schwarmtrieb in den Wirtschaftsvölkern kontrolliert und es können noch Ableger gebildet werden. Da aber noch wenige Flugbienen bei den Ablegervölkern sind, sollte man die Futterreserven kontrollieren und mit Zuckerwasser füttern.

Nahrung finden die Bienen jetzt in allen blühenden Gärten, an Brombeeren, Himbeeren, Heckenrosen, Linden, Blühstreifen oder Zwischenfrüchten wie Ölrettich oder Senf.

Alle 4 Ableger haben eine Königin und entwickeln sich prächtig.