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Leckerer Honig aus dem Blühmischungsversuch

Zwei Bienenvölker konnte ich auf der Mühlenkoppel im Landschaftsmuseum Unewatt abstellen und für etwa drei Monate dort stehen lassen. Ende August waren die Honigräume gut gefüllt und die Honigwaben konnten ausgeschleudert werden. Drei Wochen habe ich den Honig täglich durchgerührt, um eine feinkristalline, cremige Konsistenz zu erhalten. Dieser Sommerhonig hat ein blumiges, kräftiges Aroma und ist sehr lecker!

Pollenanalyse

Eines der Gläser habe ich dann an das Labor des Bieneninstitutes in Celle gesendet und wegen des hohen Aufkommens an Einsendungen erst nach acht Wochen meinen Prüfbericht erhalten. Die Idee war, durch die Honiganalyse zu erfahren, welche Blüten bzw. Pflanzen meine Honigbienen angeflogen und deren Nektar eingetragen haben.

Durch eine umfangreiche Pollenanalyse hat sich gezeigt, dass zu fast gleichen Teilen Klee (30%), Phacelia (26%) und Ölrettich und Senf (25%) angeflogen wurden. Da in sehr vielen Blühmischungen Phacelia, Senf und Ölrettich eine Hauptkomponente darstellt, war dieses Ergebnis zu erwarten. Jedoch hatte ich mit einem noch höheren Anteil an Phacelia Eintrag gerechnet, da der Großteil der Parzellen sich lilablühend darstellte.

Der hohe Kleeanteil ergibt sich zum Teil aus dem Leguminosenversuch, der ebenfalls auf der Mühlenkoppel angelegt war, zum Teil aus den Blühmischungen und dem Naturschutzgebiet um das "Tal der Langballigau" mit Dauerwiesen. Hauptsächlich wurden hier Weißklee (in 11 Mischungen enthalten) und Steinklee (in 8 Mischungen enthalten) angeflogen. Mit weiteren 13% haben die Honigbienen Rosengewächse (Rosaceae) entdeckt und Nektar von Himbeeren, Erdbeeren, Heckenrosen und Kernobst gesammelt, die in den Knicks und Gärten zu finden waren. 7% der Pollen stammen aus Lindenblüten, die im Museumsdorf und im Umland zahlreich stehen.

Die Honigbiene sammelt in einem Radius von ca.3 km, kann aber auch bis 5 km weit fliegen. Weniger als 1 % ergeben alle übrigen identifizierten Pollen, die meisten hiervon stammen aus den Blühmischungen, wie z.B. Buchweizen, Kornblumen, Wilde Möhre, Astern, Vergissmeinnicht, Weidenröschen und Knöterich, hinzukommen Schafgarbe, Mädesüß, Johanniskraut, Königskerze und Distel aus den Blühmischungen, die hier aber ebenso als Wildkräuter vorkommen.

Bäume wie Rosskastanie, Edelkastanie und Ahorn lieferten den Honigtau-Anteil. Diese Bäume sind von Blattläusen befallen worden, was häufiger im Sommer vorkommt. Blattläuse scheiden eine Art Zuckerwasser aus, den Honigtau, welcher bei Bienen und auch Ameisen sehr beliebt ist. Lavendel aus den Gärten in Unewatt und Holunderblütenpollen könnten für das blumige Aroma verantwortlich sein. Süßgräserpollen stammen aus den umliegenden Maisfeldern, ich habe die Bienen dort zuhauf gesehen.

Keine Giftstoffe im Honig

Beruhigend ist, dass meine Honigbienen hier auf diesem Stand keinerlei Pflanzen angeflogen haben, die Giftstoffe wie Phyrrolizidinalkaloide enthalten. Pflanzen bilden diese Stoffe, um sich vor Fressfeinden zu schützen. In einigen Blühmischungen sind der Natternkopf, Dost, Schwarzkümmel oder auch Borretsch, die diese Giftstoffe enthalten, enthalten. Bekannter ist das Jakobs-Kreuzkraut, welches sich an den Straßenrändern und auf Wiesen massiv ausbreitet, ab Munkbrarup in Richtung Flensburg ist es in Massen zu sehen. Wir Imker aus dem Verein Grundhof-Quern halten den Flugradius unserer Bienen diesbezüglich akribisch sauber. Honig, der den zulässigen Grenzwert dieser Alkaloide überschreitet, muss entsorgt werden

Bienen bevorzugen bestimmte Blütenfarben

Schaut man sich jetzt noch die bevorzugten Blütenfarben an, ist eindeutig weiß der Sieger, auf dem zweiten Platz gelb und dritter ist lila, gefolgt von blau und rosa an letzter Stelle.

Rote Blüten von Klatschmohn oder Nelken aus den Blühmischungen, sind überhaupt nicht angeflogen worden, auch nicht orangefarbene Blüten, wie die der Ringelblume oder des Kalifornischen Mohns, die ebenfalls reichlich geblüht haben. Ebenso die Duftstoffe, der Geruch der Blüten, spielen eine größere Rolle. Sehr süß duften Senf, Ölrettich, Phacelia und Klee, aromatisch Lavendel, Holunderblüten und Rosen.

Fazit

Instinktiv fliegen Honigbienen die Nahrungsquelle an, die ihnen die größte Ernte zum Einlagern bietet und nutzen diese solange, bis sie versiegt ist. Das bezeichnet man als "blütenstet". Daher die höchsten Einträge an Nektar von Weiß- und Steinklee, Phacelia, Senf und Ölrettich.

Bienen lieben duftende Blüten und solche, die für sie leicht abzuernten sind. Einfache Blüten, gefüllte Blüten, verschmähen sie. Honigbienen fliegen gute Pollenspender an, die vielleicht auch gar keinen Nektar enthalten. Meine Bienen wählten aus den Blühmischungen vorwiegend weiße, gelbe und lila Blütenfarben aus.

Es wurden keine der in den Blühmischungen enthaltenen Giftpflanzen angeflogen, obwohl diese sonst auch als Nahrungsquelle genutzt werden.

Das Nahrungsangebot in den Blühmischungen stand über einen sehr langen Zeitraum zur Verfügung, sodass beide Bienenvölker meinen „Honigdiebstahl“ Ende August sehr schnell wieder aufgefüllt hatten und ich hier kein Zuckerwasser füttern musste.


Die Autorin Ute Kahnert über ihren Weg in die Imkerei:

Ich bin Ute Kahnert und wohne in Langballigholz. Als Gärtnerin arbeite ich seit vier Jahren in der Saatzucht P. H. Petersen. Vorwiegend betreue ich hier die Gewächshäuser und das Keimlabor.

Vor drei Jahren hatte ich beschlossen, mehr für die Wild- und Honigbienen zu tun, pflanzte mehr Blumen und Kräuter, die diese anfliegen und dachte auch daran, wie das wohl so als Imker wäre. Da habe ich wohl zu laut gedacht.

Ich bekam zu Weihnachten von meinen Kindern und meiner Schwester einen Gutschein für einen Honigkurs, mit Anmeldung zum Januar. Nach einem halben Jahr hatte ich mein Zertifikat und bin nun im zweiten Imkerjahr.

Meine sechs Bienenvölker stehen auf einer naturbelassenen Wiese direkt hinter meinem Haus in Langballigholz. Es sind ca. 600m Luftlinie zur Ostsee, es herrscht daher äußerst selten mal Flaute.

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