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April 2019

Die ersten drei Wochen im April waren warm und trocken, 20 ° tagsüber, aber nachts sehr kalt, an zwei Tagen sogar Bodenfrost. In der letzten Monatswoche Gewitter mit Regen, nach insgesamt sechs Wochen Trockenheit. Ungewöhnlich für April…

Durch den warmen Monatsbeginn begann auch der Raps viel früher als gewöhnlich zu blühen.

So erhielten alle Bienenvölker früh schon einen Honigraum aufgesetzt.

Imkert man schon ein paar Jahre, hat man genügend ausgebaute, ausgeschleuderte Rähmchen und kann jeden Honigraum mit elf „gebrauchten“ Rähmchen bestücken. Bei mir ist das noch nicht so. Deswegen bekommt jeder Honigraum vier ausgebaute Rähmchen in die Mitte der Kiste gehängt und der Rest wird mit Mittelwänden gefüllt. Hier müssen die Bienen erst die Wabentöpfchen aufbauen, die später mit Honig gefüllt werden.

Bereits eine Woche später kann man sehen, dass die Bienen fleißig rechts und links von den bebauten Rähmchen weitere Rähmchen bearbeitet haben. Die Bienen bauen von der Mitte her nah außen und lassen oft die äußeren Rähmchen unberührt. Zwei Rähmchen aus der Mitte setze ich nun ganz nach außen und Mittelwände wieder in die Mitte. Durch diesen Trick sind schnell alle Mittelwände ausgebaut und der Honig wird eingetragen.

Die Bienen holen Nektar aus Raps- und Birnenblüten, Vergissmeinnicht und Wilden Kirschen. Nach drei Wochen konnte ich bei drei sehr starken Völkern schon einen zweiten Honigraum aufsetzen.

Wöchentliche Kontrolle

Die Königin legt nun täglich bis zu 2000 Eier und dementsprechend schlüpfen auch jeden Tag bis zu 2000 neue Arbeiterinnen und Drohnen. Wird es zu eng im Bienenstock, kommt das Volk in Schwarmstimmung.

Das ist für Honigbienen die natürliche Art sich zu vermehren , ein Teil des Bienenvolkes und die alte Königin schwärmt aus und sucht einen neue Behausung. Eine neue Königin ist bereits herangezogen worden und übernimmt den Bienenstock. Das möchte der Imker vermeiden und muss in dieser Zeit immer für genügend Raum im Bienenstock sorgen. Noch ist in allen Völkern alles ruhig, aber das wird sich im Mai ändern.

Bestäuberleistung

Mit der Bestäubung der Blüten leisten Bienen einen unverzichtbaren Beitrag für die Natur, für den Erhalt einer lebenswerten Umwelt und den Erhalt der Artenvielfalt in der Wildflora und für gute Ernteerträge bei unseren Kulturpflanzen.

Mehr als 76 % der Blüten im Obstanbau werden durch die Honigbiene bestäubt. 7,5 % werden durch Hummeln und 2,5 % durch Wildbienen bestäubt, den Rest teilen sich Fliegen und andere Insekten. Schaut man sich den Einfluss der Bienenbestäubung auf den Ertrag an, so werden bei vielen Kulturen wie z.B. Raps, Ackerbohnen oder Buchweizen 100 % erreicht. Dagegen ohne Bienen bei Raps nur 70 % Ertrag, bei Ackerbohnen etwa 60 % und bei Buchweizen nur 25 %.

Die Honigbienen werden durch Imker und Imkerinnen in vielen Teilen der Welt gehegt und gepflegt. In manchen Gebieten gibt es aber noch wild lebende Bienenvölker und wie bei uns die Hummeln und Wildbienen, kämpfen diese alleine ums überleben.

Immer mehr Lebensräume werden durch die intensive Agrar- und Forstwirtschaft zerstört. In der EU sind Landwirte dazu verpflichtet worden, Ausgleichsflächen zu schaffen oder zu erhalten, wie Gräben, Knicks oder Blühstreifen. Öffentliche Anlagen werden naturnah angelegt.

Auch wir können in unseren Gärten einen kleinen Beitrag zum Erhalt aller Insekten leisten: Heimische Blüh- und Obstpflanzen bevorzugen, Blühmischungen für Hummeln und Bienen aussäen, Stein- Reisighaufen belassen, Insektenhotels aufhängen.

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