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"Festmahl" an der Mühle FORTUNA

Die als Galerieholländer 1878 gebaute Windmühle 'Fortuna' wurde als funktionsfähiges technisches Denkmal wiederhergestellt und steht mitten im Museumsdorf Unewatt in Angeln.

Rundherum auf der Mühlenkoppel steht in diesem Jahr das reinste Festmahl für Insekten aller Art: P. H. Petersen Saatzucht Lundsgaard GmbH hat dort einen Leguminosenversuch mit verschiedenen Sorten von Erbsen, Platterbsen, Wicken, Lupinen, Serradella, Esparsette, Luzerne und Klee in Parzellen angelegt und eine noch größere Fläche mit Blühmischungen aller Art.

Hier sollen Mischungen für die Landwirtschaft, für den Naturschutz und für den Endverbraucher begutachtet werden. Es gibt Blütenangebote für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co, aber auch spezielle für Nachtfalter oder Singvögel. Manche Parzellen sind besonders hübsch und bunt und enthalten bis zu 40 Arten an Blühpflanzen.

Andere Parzellen fügen sich eher in die bestehende Landschaft ein, enthalten regionale Wildblumen, Kräuter und Gräser. Besonders interessant für die Landwirtschaft sind Blühmischungen mit Zwischenfrüchten wie Ölrettich, Senf, Buchweizen oder Phacelia zu nennen, die den Boden durch tiefe Wurzeln auflockern oder durch ein breites Wurzelgeflecht den Boden vor Erosion schützen. Hinzu kommen Leguminosen, die den Stickstoff der Luft binden und beim Umlegen dem Boden zugeführt werden.

 

Im Juli steht diese Fläche nun in voller Blüte, es wimmelt nur so von anfliegenden Gästen.

Auch meine Honigbienen sind dabei, denn ich habe zwei Bienenvölker auf die Mühlenkoppel stellen können. Für mich als Imkerin ist es natürlich besonders interessant, was meine Bienen an Nektar eintragen werden, denn es steht ein vielfältiges, artenreiches Blütenangebot zur Verfügung.

  • Was werden die Honigbienen bevorzugen?
  • Werden sie trotz der Vielfalt auch Pflanzen anfliegen, die Giftstoffe wie Phyrolizidinalkaloide (bekannt vom Jakobskreuzkraut) enthalten?
  • Befliegen die Bienen auch rote Blüten? (Honigbienen sehen die Farbe rot als schwarz)
  • Ernten sie wirklich nur da, wo höchste Erträge zu erwarten sind? (Viele Parzellen enthalten Phacelia und Kornblume)

Der geerntete Honig wird in das Landeslabor Neumünster geschickt und dort analysiert werden, auf das Ergebnis bin ich sehr gespannt.

Der Leguminosen- und der Blühmischungsversuch sind noch ein zweites Mal ausgesäat worden und Mitte / Ende August sollten sich auch hier die ersten Blüten zeigen.

Von der Galerie der Windmühle aus ist es bestimmt einen Anblick wert!


Die Autorin Ute Kahnert über ihren Weg in die Imkerei:

Ich bin Ute Kahnert und wohne in Langballigholz. Als Gärtnerin arbeite ich seit vier Jahren in der Saatzucht P. H. Petersen. Vorwiegend betreue ich hier die Gewächshäuser und das Keimlabor.

Vor drei Jahren hatte ich beschlossen, mehr für die Wild- und Honigbienen zu tun, pflanzte mehr Blumen und Kräuter, die diese anfliegen und dachte auch daran, wie das wohl so als Imker wäre. Da habe ich wohl zu laut gedacht.

Ich bekam zu Weihnachten von meinen Kindern und meiner Schwester einen Gutschein für einen Honigkurs, mit Anmeldung zum Januar. Nach einem halben Jahr hatte ich mein Zertifikat und bin nun im zweiten Imkerjahr.

Meine sechs Bienenvölker stehen auf einer naturbelassenen Wiese direkt hinter meinem Haus in Langballigholz. Es sind ca. 600m Luftlinie zur Ostsee, es herrscht daher äußerst selten mal Flaute.

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